Gerüchte gab es schon seit einiger Zeit, nun ist auch Google in den Wettkampf der Cloudspeicher-Dienste eingetreten. Google Drive wirbt um die Gunst all der Verbraucher, die ihre Musiksammlungen, Urlaubsfotos oder Daten in der Cloud speichern und mit Freunden, Familie oder Kollegen auch unterwegs teilen wollen. 5 GB Speicherplatz in der Wolke sind kostenlos, bis zu 1 TB können gegen Gebühr (49,99 US$ pro Monat) angemietet werden.
Datenwolke als Festplatte für private Nutzer
Mit Drive steigt nun auch Google in den Kampf der Cloudspeicher-Dienste ein
Schon seit Jahren wird die Cloud als eines der grossen Themen gehandelt. Die Cebit 2012 stand ganz im Zeichen von Cloud und Mobile. Rückenwind bekommt das Thema nun v.a. durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets bei den privaten Kunden. Und seit Apple von MobileMe auf das neue iCloud umgestellt hat, “tobt der Kampf der Platzhirschen um die privaten Cloud-Kunden”, wie es der Nachrichtensender n-tv plakativ formuliert. So reagierte etwa Microsoft sofort und strukturierte sein seit 2008 bestehendes Angebot SkyDrive um. Auch der Pionier aller Synchronisationstools und Cloudstorages DropBox erweiterte diese Woche sein Angebot und bietet nun eine neue Funktion an, mit der sich Daten mittels Link leichter teilen lassen. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Dienste, die alle ein Stück vom Kuchen wollen: Amazon’s CloudDrive, Box.com, One.com, Rackspace oder hier in Deutschland die Telekom Cloud. All die Anbieter unterscheiden sich in vielen Punkten, aber eines ist ihnen gemeinsam. Sie stellen Speicherplatz auf einem Server im Internet bereit. Und der Kuchen ist groß: Laut IDC soll der Markt für Public-Cloud-Dienste bis 2015 auf 72,9 Mrd. US$ anwachsen (+27,6% YoY Wachstum).
Ziel aller Angebote: Mit kostenlosen Basisangeboten Nutzer binden und sie später mit Premiumangeboten zu zahlenden Kunden machen. Denn wer sich einmal für ein Angebot entschieden hat, gewöhnt sich schnell an den Komfort, immer und überall Zugriff auf seine Daten zu haben und kommt so schnell nicht mehr davon los. Ein Wechsel ist zeitaufwendig, sehr zeitaufwendig. Wer je schon einmal versucht hat, alle seine Musiktitel von einem System auf ein anderes zu wechseln, tut sich das so schnell kein zweites Mal an. Bei garantiert wachsenden Datenmengen auch im privaten Bereich ist das ein Geschäft mit reichlich Potential: Irgendwann kommt fast jeder Nutzer in den zahlungspflichtigen Bereich. Und lässt vielleicht doch den USB-Stick mit allen Urlaubsfotos zuhause. Es bleibt spannend abzuwarten, wie die privaten Nutzer reagieren werden.




