Die Shopping-Zukunft ist mobil. Mobile Payment eines der großen Themen 2012. Der Kampf zwischen Unternehmen aus dem Finanz-, Digital- und Telekommunikationsbereich um den noch weitgehend unerschlossenen Milliardenmarkt ist bereits voll entbrannt. Nun drängen zunehmend branchenfremde Anbieter wie Google oder eBay sowie Start-Ups in diesen lukrativen Markt. Eines dieser neuen Angebote ist eine App, die drauf und dran ist, Zahlungen mit Kreditkarten zu revolutionieren: Kernprodukt von ‘Square‘ ist ein kostenloses 1-Zoll-Kartenlesegerät, das an Smartphones und Tablets angeschlossen sofort Kreditkartenzahlungen erlaubt und Handys innerhalb von Minuten zum Bezahlsystem aufrüstet.
Künftig sollen also mobile Geräte das übernehmen, was jetzt noch Bargeld, EC-oder Kreditkarten leisten. Mit Square ist es möglich, mit einem Smartphone alle gängigen Kreditkarten einzulesen und Beträge abzubuchen. Es gibt keine komplizierten Verträge, monatlichen Gebühren oder Ähnliches – doch immerhin 2,75% pro Bezahlvorgang werden als Gebühr fällig. Das ganze funktioniert allerdings derzeit nur in den USA. Über einen Europastart wurde noch nichts bekannt. Ähnliche mobile Payment Angebote bieten bspw. Verifone mit PayWare und Intuit mit GoPayment. Und auch PayPal soll angeblich noch diese Woche eine Bezahllösung für kleine Unternehmen vorstellen, die das Abrechnen von Kreditkarten via Smartphone erlauben. Der mPayment Markt wird damit wohl noch um einiges kompetitiver.

Abrechnen von Kreditkarten via Smartphone: Der Zahlungsdienstleister Square drängt in den lukrativen mPayment Markt
Finanziert wurde das 2009 von Twitter-Gründer Jack Dorsey gegründete Start-Up mit 100 Mio. US$ von einer Investorengruppe, angeführt von Risikokapitalgeber KPCB. Damit wird das Unternehmen laut WSJ mit immerhin 1 Mrd. US$ bewertet. Interessant: Weitere Geldgeber sind der Kreditkartenkonzern Visa und die US-Bank J.P. Morgan Chase. Das Wachstum des Dienstes ist erstaunlich: Square handelt täglich Zahlungsvorgänge mit einem Volumen von 11 Mio. US$, vor einem Jahr lag das Transaktionsvolumen noch bei rund 1 Mio. täglich.
Im Mai 2011 stellte Square mit Card Case und Register zwei neue Apps vor. Card Case ermöglicht Zahlungen per Mobiltelefon und das Empfangen virtueller Zahlungsbelege. Register ist eine Kassensoftware für Smartphone und iPad, für Bezahlvorgänge mit Bargeld, Kredit- und Bankkarten. Zwar ist das System für grössere Sortimente etwas umständlich, doch nutzen mittlerweile mehr als 1 Mio. kleine Unternehmen und Privatpersonen wie Babysitter oder Gärtner das Zahlungssystem – hauptsächlich geworben über Word-of-Mouth. Square hat weder ein Biz Development-, noch ein Sales-Team. Ein Pilotprojekt, das die Hardware in New Yorker Taxis installiert, startet diesen Monat.
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iPads als Registrierkasse
Fazit: Das Spannende an diesem System sind laut WSJ v.a. die Möglichkeiten der Kundenbindung. So können Händler bspw. automatisch Stammkunden erkennen und diesen Sonderangebote oder Rabatte anbieten. Im Markt der Payment-Anbieter wäre das eine interessante Nische, die Square als Schnittstelle zwischen Online und stationärem Handel positionieren könnte. Revolutionär ist der Ansatz also durchaus. Ob er sich in diesem mehr als dynamisch entwickelnden Markt auch wird durchsetzen können, bleibt in jedem Fall spannend zu beobachten.



