Es war absehbar, doch muss es jedes Jahr so schnell gehen? Bei Aldi liegen die ersten Nikoläuse im Regal. Noch knapp 100 Tage bis Weihnachten! Doch worüber Konsumenten stöhnen ist aus eCommerce Sicht der Startschuss für die heißeste Phase des Jahres. November und v.a. Dezember sind gewöhnlich die Monate der Superlative im Handel.
eCommerce: Rekordweihnachten 2010
2010 verlagerten soviele Weihnachts-Geschenkekäufer wie nie ihre Einkäufe von der kalten Innenstadt auf die bequeme Coach: Grosse Onlinehändler wie Amazon oder Otto sprachen durchweg von einem Rekordjahr. So verkaufte bspw. die deutschsprachige Amazon Website an seinem Spitzentag, dem 13. Dezember, mehr als 2,1 Mio. Produkte – über 24 Artikel pro Sekunde. Auf der internationalen Plattform Amazon.com, die v.a. durch den US-amerikanischen Markt genutzt wird, war der 29. November 2010 der letztjährige Spitzentag. An diesem Tag wurden 13,7 Mio. Produkte bestellt (158 Produkte pro Sekunde). Der gesamte US eCommerce Umsatz allein in den Monaten November und Dezember 2010 betrug 32,6 Mrd. US$ (+12%). Hier die weihnachtliche Umsatzentwicklung seit 2005:

Quelle: eMarketer/ComScore 2011
Neue Herausforderung: Social Shopping
2011 befindet sich der eCommerce weiterhin auf Wachstumskurs – ein Ende ist nicht in Sicht. Doch auch wenn das Erfolgspotenzial unbestritten ist, fällt es etlichen Herstellern immer noch schwer, im Dschungel all der neuen Möglichkeiten die optimale Positionierung des eigenen Unternehmens zu finden. Das Internet hat die bisherigen Spielregeln des Handels vollkommen verändert. Dieses Weihnachten kommt hinzu: Die Social Media Aktivitäten der Konsumenten werden einen neuen Höhepunkt erreichen. Mit dem Siegeszug sozialer Netzwerke nehmen Tipps und Bewertungen der Online-Community einen wachsenden Einfluss auf den Kauf von Produkten. Auch über Geschenkewünsche und -empfehlungen tauschen sich zunehmend mehr Nutzer aus.
Case Study: Individuelle Geschenketipps für Freunde von smatch.com
Gerade für die ‘Ich-brauch-unbedingt-was-für-meine-Freundin/Kollegin/Tante’-Shopper ohne genauere Vorstellung wird das Thema Social Shopping zunehmend interessanter. Nutzer dieses Typus sind dankbar für Vorschläge, um ein passendes Geschenk zu finden. Hier setzt Facebook’s match an: Im September 2010 integrierte smatch.com, Shoppingplattform der Hamburger Shopping24 GmbH und Tochter der Otto GmbH, erstmalig eine Produktsuche in Facebook. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wurde nun mit ‘Facebook’s match’ ein weiteres soziales Feature entwickelt, mit dem sich individuelle Produktempfehlungen und Geschenketipps für Freunde generieren lassen. Die Beta-Version verbindet sich via Facebook Connect mit dem Account eines Nutzers und liest via ‘Likes’ bestimmte Informationen aus. Bsp.: Gefällt eine Marke oder ein Shop so werden Produkte dieser Marke präsentiert. Wird ein Land bereist oder eine Sportmannschaft unterstützt, so schlägt Facebook’s match bspw. Reisegepäck oder Fanartikel vor.

Quelle Screenshot: Smatch.com
Individuelle Geschenketipps für Facebook Freunde
Erfolgsfaktor: Verknüpfung Social Media und Online-Vertrieb
Im Weihnachtsgeschäft zeigt sich das neue Konsumentverhalten besonders deutlich. Und Social Shopping ist eines der Themen der Zukunft im eCommerce. Diese Entwicklung offenbart Händlern neue Geschäftsfelder und Potenziale, die nicht unterbewertet bleiben sollten. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie soziale Netzwerke für den reinen Abverkauf genutzt werden können. Noch ist F-Commerce für die meisten Nutzer nämlich weitgehend unbekannt. Die meisten Facebook-Nutzer besuchen die Plattform ohne konkrete Kaufabsicht. Sie stoßen vielmehr zufällig über Produktempfehlungen ihrer Freunde oder befreundeter Marken auf interessante Produkte. Consumer Brands müssen sich vorrangig die Frage stellen, wie sie die Kommunikation in Social Media optimal mit den eigenen Online-Vertriebsmodellen verbinden können. Wie sie die Kommunikation der Kunden untereinander stärken können oder wie und wo Empfehlungen generiert werden können.
Fazit: Auch wenn die Aldi-Nikoläuse derzeit noch ziemlich einsam in den Regalen stehen. Es ist höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie Social Shopping Potenziale im Weihnachtsgeschäft gewinnbringend zu nutzen sind.




