Auch wenn die Mehrzahl der Online Shopper die letzten Weihnachtseinkäufe noch nicht via Smartphone tätigte – nächstes Weihnachten sieht die Sache anders aus. iPhone und Co. werden im Mobile Commerce für einen kräftigen Schub sorgen. Kauften in den USA Weihnachten 2009 laut einer aktuellen Studie der US Marketer ForeSee Results gerade mal 2% der Webshopper via Handy ein – waren es 2010 bereits 11%. Ausserdem gaben 33% der Befragten an, die Mobile Site eines Retailers genutzt zu haben, meist um Produkte und Preise zu vergleichen; weitere 26% planen, dies zu tun. Dass mCommerce für US Konsumenten zunehmend wichtiger wird, zeigen laut den Analysten von eMarketer etliche weitere Studien, z.B. von Yahoo oder Nielsen.

Für Webshopper wird ein mobiles Angebot zunehmend wichtiger
ForeSeeResults: “It looks like more than half of all shoppers will soon be using their mobile phones for retail purposes. Any retailer not actively working to develop, measure, and refine its mobile experience is leaving money on the table for competitors.”
Im Gegensatz zu Deutschland bieten in den USA bereits die meisten eCommerce Unternehmen auch ein mobiles Angebot. Hier fünf herausragende mobile Angebote, die es sich lohnt, anzusehen:

- Amazon
Sicher keine Überraschung, dass sich der eCommerce Gigant auch mobil sehr gut präsentiert und auf beinahe allen Listen als Beispiel einer herausragenden mobilen Site genannt wird. Usability, Performance und täglich aktuelle Best Deals – ein Lehrbeispiel; doch auch hier gibt es Raum für Verbesserungen. So sind bspw. die Angebote der Töchter Zappos und Diapers noch nicht für die Vielzahl von mobilen Geräten optimiert. - Crate & Barrel
Diese Site sieht nicht nur gut aus, auch spontan Geschenke einkaufen wird den Nutzern durch eine clevere Kategorisierung leicht gemacht. Der Multichannel-Einzelhändler für exklusive Möbel, Wohnaccessoires und Haushaltsutensilien (und Otto-Tochter) bietet auf den einzelnen Produktseiten übersichtlich Bilder, Preise und Kundenreviews. Sogar herkömmliche Hochzeitswunschlisten werden mobil abgebildet und können von den Gästen gekauft werden. - JCPenney
Die Einzelhandelskette investierte zur Weihnachtssaison massiv in mobile Angebote; launchte eine mCommerce Seite und mobile Coupons, verbesserte bestehende Apps und startete eine großangelegte iAd Kampagne. Das mCommerce Angebot selbst ragt hervor mit einer einfach zu bedienenden Site und Navigation sowie leicht auffindbaren Schnäppchen. Mobile Coupons, ‘Belohnungen’ und reduzierte Angebote unterstützen die Kundenbindung. - REI
Auch der Outdoor-Spezialist bietet seine aktuelle Kollektion sowohl als mobile Browserversion als auch als App an. Beide sind übersichtlich und einfach zu navigieren. Die Produktseiten beinhalten die Möglichkeit, gleich mobil zu kaufen, den Artikel auf eine Wunschliste zu setzen oder im nächstgelegenen Shop zu kaufen. Analog der Website gibt es ausführliche Produktbeschreibungen, ‘Kunden, die dieses Produkt kauften, kauften auch…’ sowie Kundenbewertungen. Besonders interessant – auch mobil gibt es eine sog. ‘Expert Advice Section’, die sämtliche Bereiche von Kayaktrips und Triathlon über Schneeschuhwandern und Reisen anbietet. Oder auch ‘Wie lerne ich Kindern Radfahren?’ - Target
Nicht umsonst steht der zweitgrößte US-Einzelhändler auf den Listen der Top Mobile Sites. Eine umfassende mCommerce Strategie ermöglicht den Kunden einfach zu nutzendes ‘Shopping on the Go’. Schnäppchenjäger kommen mit aktuellen Tages- und Wochenangeboten auf ihre Kosten, Produktseiten sind übersichtlich und funktional. Ist ein Targetstore in den Profileinstellungen eingegeben, wird dem Kunden beim nächsten Mal automatisch angezeigt, wo das Produkt seiner Einkaufsliste genau zu finden ist. Was bei der Größe amerikanischer Supermärkte ja manchmal recht hilfreich sein kann.


Fazit: Die Zukunft des eCommerce wird von Mobilität bestimmt sein. Allerdings lassen sich vorhandene eCommerce Konzepte nicht einfach 1:1 auf mobile Endgeräte übertragen. Wie die Beispiele zeigen, müssen die Angebote der mobilen Nutzung gerecht werden. Nur dann werden sie erfolgreich sein und neue Umsatzperspektiven eröffnen. Und nur dann werden Online Shopper dieses Jahr ihre Weihnachtseinkäufe vermehrt auch mobil erledigen.




