Flipboard: Die Zukunft des Journalismus?

Eine App begeistert gerade die gesamte US-Tech- und Medienbranche: Flipboard, eine Art Social Magazine für das iPad, greift auf Inhalte, wie z.B. Artikel, Nachrichten oder Fotos, die Freunde aus Facebook und Twitter einstellen, zurück und arrangiert diese in Form eines personalisierbaren Magazins. Das Besondere:  Der nach eigenen Angaben erste ‘soziale Newsreader’ verspricht ein revolutionäres Leseerlebnis, das Social Media Inhalte optisch ansprechend präsentiert und gleichzeitig die Interaktivität einer App bietet. Zudem gibt es keine Trennung mehr zwischen redaktionellem Content (z.B. Zeitungsartikeln) und privaten Meldungen (z.B. Urlaubsfotos). Flipboard spiegelt damit wider, wie sich in sozialen Netzwerken Privates, Berufliches, Unterhaltendes und Nachrichten mischen. Gleichzeitig können aber auch über Twitterstreams reine Nachrichtenkanäle eingerichtet werden.

Und so funktioniert Flipboard:

Die Medienbranche und v.a. Verlage beobachten das neue Angebot genau: Die Artikel werden zwar nur angeteasert, will der Nutzer weiterlesen, wird er auf die Webseite des News-Erstellers weitergeleitet [Google News etwa, das automatisch erstellte Nachrichtenportal des Konzerns, arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip]. Doch werden erste Fragen nach dem Urheberrecht und Leistungsschutz für den ursprünglichen Inhalt laut. Derzeit ist Flipboard für den Nutzer kostenlos und werbefrei. Zukünftig soll die Finanzierung aber über ganzseitige Werbeanzeigen erfolgen.

Momentan können sich nur die rund 3 Mio. Besitzer eines iPads ihren persönlichen Nachrichtenstrom zusammenstellen. Doch die Art der Darstellung ist innovativ und die Bedienung intuitiv, so daß viele schon von einer Killer-App sprechen, die auch breitere Massen ansprechen wird. Zudem sind die beiden Flipboard-Gründer in der Szene keine Unbekannten: Mike McCue (Silicon Valley Unternehmer) und Evan Doll (früherer iPhone Ingenieur). Finanziert wird das Unternehmen u.a. von Kleiner Perkins Caufield & Byers, Index Ventures sowie Twitter-Gründer Jack Dorsey und Facebook-Gründer Dustin Moskovitz, die zusammen rund 10,5 Mio. US$ in Flipboard investiert haben.