Business-Netzwerke setzen auf Reichweiten-Deals
19. November 2009 von Rainer Wiedmann | Kommentare (0)Gestern Burda und Xing, heute LinkedIn und Microsoft: Aktuell stehen soziale Netzwerke im Fokus von Übernahmen und Partnerschaften.
Das Medienunternehmen Burda ist seit gestern neuer Hauptaktionär beim börsennotierten Business-Netzwerk Xing: Für knapp 48 Mio. € übernimmt Burda 25,1% der Xing-Aktien und sichert sich damit einen Anteil am Umsatz des profitabel arbeitenden Netzwerkes (Gesamtumsatz 33 Mio. €). Verkäufer ist Lars Hinrichs, der Xing 2003 auch gegründet hatte. Das Geschäftsmodell des auf berufliche Kontakte fokussierten Netzwerkes setzt v.a. auf kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften [ges. 8 Mio. Mitglieder, davon ca. 660.000 Premium-Mitglieder]. Werbeeinnahmen spielen eine geringere Rolle. Aktuell werden ein Online-Stellenmarkt und eine Personalvermittlung aufgebaut. Hierin dürfte auch das größte Wachstumspotential liegen. Denn trotz Umsatzsteigerung verzeichnet Xing Einbrüche bei den Mitgliederregistrierungen und eine Gewinnreduzierung [Q3-Ergebnisse hier nachzulesen]. Für Burda bedeutet dieser Deal einen weiteren Schritt Richtung Ziel, mit dem digitalen Geschäftsbereich 25% des Gesamtumsatzes bereits dieses Jahr zu erzielen.
Währenddessen ermöglicht die Partnerschaft mit Microsoft dem Business-Netzwerk LinkedIn die Integration in das neue Outlook 2010. Der sog. Social Connector ermöglicht es den Nutzern, ihre Kontakte nun auch innerhalb ihrer eMail-Kontakte zu pflegen: “The Outlook Social Connector is designed to seamlessly bring communications history as well as business and social networking feeds into your Outlook experience”. Damit setzt auch Microsoft auf die Integration von Web 2.0 Elementen.
Beide Deals machen Sinn, beide setzen auf Reichweiten und verfolgen konsequent ihr Ziel, Fach- und Führungskräfte effizienter miteinander zu verbinden. Spannend wird es sein zu sehen, inwieweit Xing sich auf Dauer gegen die weltweite Dominanz von LinkedIn [ges. 43 Mio. Mitglieder] verteidigen kann. Xing hat in Deutschland (noch) die Nase vorn, doch die Amerikaner haben dieses Jahr eine deutsche Version gestartet und sind weltweit Marktführer. Gefährlich könnte auch Facebook [ges. 43 Mio. Mitglieder] werden, da hier zunehmend auch berufliche Informationen getauscht werden.

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