Archiv für die Kategorie „Deals“

Business-Netzwerke setzen auf Reichweiten-Deals

19. November 2009 von Rainer Wiedmann | Kommentare (0)

Gestern Burda und Xing, heute LinkedIn und Microsoft: Aktuell stehen soziale Netzwerke im Fokus von Übernahmen und Partnerschaften.

Das Medienunternehmen Burda ist seit gestern neuer Hauptaktionär beim börsennotierten Business-Netzwerk Xing: Für knapp 48 Mio. € übernimmt Burda 25,1% der Xing-Aktien und sichert sich damit einen Anteil am Umsatz des profitabel arbeitenden Netzwerkes (Gesamtumsatz 33 Mio. €). Verkäufer ist Lars Hinrichs, der Xing 2003 auch gegründet hatte. Das Geschäftsmodell des auf berufliche Kontakte fokussierten Netzwerkes setzt v.a. auf kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaften [ges. 8 Mio. Mitglieder, davon ca. 660.000 Premium-Mitglieder]. Werbeeinnahmen spielen eine geringere Rolle. Aktuell werden ein Online-Stellenmarkt und eine Personalvermittlung aufgebaut. Hierin dürfte auch das größte Wachstumspotential liegen. Denn trotz Umsatzsteigerung verzeichnet Xing Einbrüche bei den Mitgliederregistrierungen und eine Gewinnreduzierung [Q3-Ergebnisse hier nachzulesen]. Für Burda bedeutet dieser Deal einen weiteren Schritt Richtung Ziel, mit dem digitalen Geschäftsbereich 25% des Gesamtumsatzes bereits dieses Jahr zu erzielen.

Währenddessen ermöglicht die Partnerschaft mit Microsoft dem Business-Netzwerk LinkedIn die Integration in das neue Outlook 2010. Der sog. Social Connector ermöglicht es den Nutzern, ihre Kontakte nun auch innerhalb ihrer eMail-Kontakte zu pflegen: “The Outlook Social Connector is designed to seamlessly bring communications history as well as business and social networking feeds into your Outlook experience”. Damit setzt auch Microsoft auf die Integration von Web 2.0 Elementen.

Beide Deals machen Sinn, beide setzen auf Reichweiten und verfolgen konsequent ihr Ziel, Fach- und Führungskräfte effizienter miteinander zu verbinden. Spannend wird es sein zu sehen, inwieweit Xing sich auf Dauer gegen die weltweite Dominanz von LinkedIn [ges. 43 Mio. Mitglieder] verteidigen kann. Xing hat in Deutschland (noch) die Nase vorn, doch die Amerikaner haben dieses Jahr eine deutsche Version gestartet und sind weltweit Marktführer. Gefährlich könnte auch Facebook [ges. 43 Mio. Mitglieder] werden, da hier zunehmend auch berufliche Informationen getauscht werden.

Burda Logo

microsoft-logoLinkedin Logo

Why Google acquires AdMob for 750 Mio. US$

10. November 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (1)

Another big deal for Google: Yesterday they announced the acquisition of Admob, the mobile ad platform that has been especially popular on the iPhone, for 750 Mio. US$. The reason why is shown by the SAI-Chart of the Day: The mobile ad network is growing like a weed, with ad requests at 10.2 billion in September, up from 2.5 billion in January 2008. Here some answers, why this is a fair bet for both.

AdMob's Ad Requests

And here are some more facts about the deal by Google: “Mobile advertising is a rapidly growing and competitive space, and Google and AdMob are currently specializing in different areas. Though Google offers many forms of mobile advertising, its focus to date has been on mobile search ads, while AdMob’s focus has been mobile display ads and in-application ads.”

mobileads

googleadmoblogo

Diesen Artikel weiterempfehlen

Europäischer M&A Markt in der Medien- und Unterhaltungsbranche 2005-2009

25. September 2009 von Rainer Wiedmann | Kommentare (0)

Die Zahl der Übernahmen von Internetportalen (Soziale Netzwerke, Online-Communities) mit Beteiligung eines Unternehmens der europäischen Medien- und Unterhaltungsbranche stieg seit 2005 um 23%. Besonders aktiv sind Verlage: 36% aller Investitionen in Online-Portale stammen von ihnen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Der Online-Faktor: Von der Integration zur Transformation“ (hier das pdf), die der Hightech-Verband BITKOM und das Beratungsunternehmen Ernst & Young herausgegeben haben. Diese stellt die europäischen M&A Marktaktivitäten der letzten vier Jahre im Überblick dar. Den Anstieg der Transaktionen im gesamten Medien- und Unterhaltungsbereich trägt die Online-Branche praktisch alleine.

Europaeische M&A Aktivitaeten BITKOM

Allerdings wird bedingt durch die Finanzkrise für das erste HJ 2009 eine Gesamt-Transaktionszahl auf dem Niveau von 2006 erwartet. Auch in den USA sank das Investitionsvolumen im ersten HJ 2009 um 61% im Vergleich zu 2008 (Status USA können Sie auch hier nachlesen). Mehr als jede dritte Transaktion im Untersuchungszeitraum war dabei grenzüberschreitend, was die zunehmende überregionale Annäherung deutlich macht.

Und hier die Top 10 Transaktionen mit deutscher Beteiligung 2005 bis April 2009:

Top 10 Transaktionen D

Diesen Artikel weiterempfehlen

Online-Vermarkter schließen sich gegen Google zusammen

10. September 2009 von Miriam Badal | Kommentare (0)

Der deutsche Online-Werbemarkt kommt in Bewegung. Die vier großen Anbieter Gruner + Jahr, Tomorrow Focus, SevenOne Media (ProSiebeneSat.1) und IP Deutschland (RTL) wollen sich zu einer Allianz gegen den Suchmaschinen-Riesen Google zusammenschließen – so zumindest berichtete es die FAZ in einem Artikel vom 01. September. Diese überhastete Nachrichtet wurde kurze Zeit später von SevenOne Media korrigiert. Demnach soll die Zusammenarbeit vor allem im Bereich der zielgruppenorientierten Buchungen erfolgen und es sei keinesfalls die Rede von einer vollständigen Zusammenlegung der Vermarktung. Auch, so berichtigte der Sprecher von SevenOne Media, wollten die Vermarkter keineswegs mit den Reichweiten des Fernsehens konkurrieren, denn damit würden sie sich selbst schaden.

Es wird also spannend auf dem deutschen Internetmarkt. Schließlich geht es um einen lukrativen Markt, der auch in der Krise weiter wächst. Das Bruttowerbe- volumen von Online-Werbung könnte in diesem Jahr auf rund 4 Milliarden Euro wachen so die Prognose des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW). Und Online wächst kräftig weiter – laut einer Schätzung der Agenturgruppe Zenithoptimedia werde Online seinen Werbe-Anteil von 10 Prozent in 2008 auf 15 Prozent in 2009 steigern. Derartige Budgetverschiebungen machen es für die Verlage besonders wichtig einen Teil ihrer schrumpfenden Werbeeinnahmen aus Print über Internet-Werbung zu kompensieren.

Abzuwarten ist wie sich die anderen Online-Vermarkter, die Größten unter ihnen United Internet Media und Interactive Media (Deutsche Telekom), verhalten werden. Werden sie beispielsweise dem Vorbild des Springer Verlags folgen und versuchen die eigene Vermarktung über neue Techniken anzukurbeln. Der Verlag hatte sich im April dieses Jahres einen Partner für die Vermarktung seiner Internetauftritte hinzugezogen. Das Berliner Online-Werbeunternehmen Nugg.ad, ein Sepzialist für Predictive Behavioural Targeting. Mit Hilfe dieser Targeting- Technik sollen Werbeinblendungen an den Interessen der Internet-Nutzer ausgerichtet werden. Darüber hinaus reichert Nugg.de seine Daten mit Markt- forschungsdaten an, und kombiniert so die Verhaltensanalyse mit Informationen zur Soziodemographie und Produktinteressen.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen: Publicis setzt auf Digital Business durch Razorfish-Übernahme

13. August 2009 von Rainer Wiedmann | Kommentare (0)

Klassische Werbung ist in der Krise – Publicis, einer der grössten Werbekonzerne weltweit (Saatchi&Saatchi/Leo Burnett), sucht zukunftsfähige Lösungen und übernimmt die digitale Werbeagentur Razorfish für 530 Mio. US$ von Microsoft. Mit der Übernahme setzt Publicis auf den Wachstumsmarkt digitale Werbung und wird laut Handelsblatt auf einen Schlag ein Viertel seines Umsatzes im Onlinebereich machen. Dieses Ziel war ursprünglich für 2010 geplant. “Der Kauf ist ein neuer Schritt in unserer Strategie, unbestrittener Marktführer bei digitaler Werbung zu werden”, sagt Publicis-Chef Maurice Levy.

Und Microsoft? Zeigt sich hier, dass Kommunikationsgeschäft nicht zu Technikdienstleistung passt? Der Softwareriese hatte Razorfish 2007 im Zuge der 6 Mrd. US$ schweren aQuantive Übernahme im Paket bekommen. Nur knapp zwei Jahre blieb Razorfish also unter dem Dach des Softwareherstellers – die Agentur passte nie wirklich in das Konzept der Redmonder. Während aQuantives technische Kompetenz bei der Schaltung und Vermarktung von Bannerwerbung hilfreich für Microsoft ist, stand die Kommunikationsdienstleistung mit seinem ‘kreativen People-Geschäft’ von Beginn an nicht im Fokus. Microsoft gab daher laut WSJ im Juni der Investmentbank Morgan Stanley den Auftrag, einen Käufer für Razorfish zu finden. Inwieweit Microsoft überhaupt ein Geschäft mit Razorfish machte, ist eher zweifelhaft. Microsoft’s Online Services Business machte im vergangenen Quartal einen Umsatz von gerade mal 731 Mio. US$ (= ca. 5% des Gesamtumsatzes). Weit entfernt von den ursprünglich von Steve Ballmer prophezeiten 25%.

Microsoft bekommt den Kaufpreis nicht vollständig in bar. Die US-Softwareschmiede übernimmt auch 6,5 Mio. Publicis-Aktien und wird dadurch etwa 3% des Kapitals halten. Das Geschäft ist Teil eines strategischen ‘Media-Buying’ Arrangements zwischen Microsoft und Publicis, das auf fünf Jahre angelegt ist: Publicis kauft Medialeistung im Wert von 2 Mrd. US$ auf Microsofts Plattformen und erhält im Gegenzug günstigere Konditionen für seine Kunden. Laut Razorfish CEO Bob Lord behält sich die Agentur dennoch vor, ihre ‘optimization-driven buying practices’ beizubehalten.

Razorfish erwirtschaftete Levy’s Angaben zufolge 2008 mit rund 2000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 380 Mio. US$ (Drei Viertel davon in USA). Zu den Kunden gehören Mercedes-Benz USA, McDonald’s und der Spielzeugriese Mattel. Razorfish wird Teil des VivaKi-Netzwerks, welches die digitalen Kompetenzen und Resourcen der Publicis-Töchter Digitas, Starcom Media Vest, Denuo und Zenith Optimedia bündelt.

microsoft-logopublicisrazorfish-logo

Diesen Artikel weiterempfehlen

Amazon’s Beteiligungen und Übernahmen seit 1998

28. Juli 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

‘If you can’t beat them -join them”

Aktuell bei Techcrunch gefunden, wollten wir Ihnen diese grossartige Visualisierung aller Beteiligungen und Investments von Amazon seit 1998 nicht vorenthalten, die die Business Networking Site MeettheBoss erstellte. Die Grafik zeigt, dass der weltgrösste Internet Retailer extrem aktiv in 1999 war (14 Beteiligungen / siehe grüne Linie), die Investments nach der Internetkrise zurückfuhr und danach langsam wieder Fahrt aufnahm, v.a. seit letztem Jahr (u.a. mit der Beteiligung an Audible).  In 2009 waren es bislang 7 Beteiligungen.

www_meettheboss_com_amazon-acquisitions-and-investments-zappos_html

Diesen Artikel weiterempfehlen

Amazon übernimmt Zappos: Der Konsument im Fokus

27. Juli 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

Seth Godin hat recht. Amazon übernimmt Zappos aus gutem Grund für knapp 850 Mio.US$.

Zappos ist einer der führenden reinen Internetplayer im Bereich Customer Service. Schon im März 2006 hatte der Online-Schuhversender eine Wiederholkäufer-Rate von weit über 50%. Jeff Bezos ist klar, zukünftiger eCommerce Erfolg hängt entscheidend davon ab, teuer gewonnene Neukunden langfristig zu binden. Und hier macht Zappos einen exzellenten Job – und ist damit auch eindeutig unsere Website des Monats Juli. Nicht ganz unwichtig war für Amazon sicher auch der Punkt, dass Amazon eine der am schnellsten wachsenden Onlinekategorien nicht dominiert: Der Anteil ‘Bekleidung/Schuhe’ bei Amazon liegt bei knapp 5%, bei Zappos bei über 97% (Nielsen Tracking Data).

Die Details der Übernahme [hier das Amazon Announcement sowie die Zappos CEO-Mitteilung] konnten Sie letzte Woche in zahlreichen Meldungen und Kommentaren lesen (Amazon bezahlt den Kaufpreis mit eigenen Aktien im Wert von 807 Mio. US Dollar sowie mit 40 Mio. US Dollar in bar für die Zappos-Beschäftigten. Diese sollen zudem auch Aktien bekommen).

Daher hier noch ein paar interessante Hintergrundinformationen zu dem von Tony Hsieh 1999 gegründeten und von Sequoia Capital finanzierten Unternehmen:

Laut AbramsResearch ist Zappos das Unternehmen, das Social Media am effizientesten einsetzt, noch vor Obama und CNN. Am bekanntesten sind sicher das Twitterprofil von CEO Tony Hsieh – mit über 1 Mio. Followern – sowie Zappos Facebook Seite mit knapp 19.000 Fans. Beides wichtige Eckpfeiler des Customer Services.

top-10-social-media-companies

Zappos eBusiness Profil
Lag die Anzahl der Wiederholkäufer in 2001 noch bei 20,4%, stieg sie in den letzten Jahren um den Faktor 2,5 und lag im März 2006 bei über 50%. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Anzahl der Transaktionen pro Wiederholkäufer von 1,50 auf 2,66. Aktuelle Nielsen Zahlen belegen, dass Amazon (60 Mio. Unique Users pro Monat) und Zappos (4 Mio.) eine relativ ähnliche Kundenstruktur haben; wobei die Zappos Nutzer eher weiblich (A: 55% und Z: 69%) und etwas jünger sind. Und: Im Juni kauften 77% der Zappos Kunden auch bei Amazon.

Laut Internet Retailer stieg der Umsatz 2008 von 840 Mio. US$ in 07 auf 1 Mrd. US$ (2002 noch bei 32 Mio. US$). Während die Conversion Rates und das durchschnittl. Einkaufsvolumen leicht sanken, stieg die Zahl der Unique Users pro Monat:

ebiz-profile-zappos

Und hier noch Jeff Bezos im Original, der über Amazon und Zappos auf YouTube spricht:

Fazit: Kundenloyalität besitzt einen grossen Einfluss auf den ökonomischen Erfolg eines Unternehmens: Kundenbindung und Wiederholkäufer werden zum ROI-Treiber im eCommerce. Dieser Deal ist das beste Beispiel dafür.

Diesen Artikel weiterempfehlen

VC’s investierten über 100 Mio. US$ in iPhone-App StartUps

13. Juli 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

iPhone und Twitter – zwei der Topstories derzeit im Digital Business. Während sich aber der iPhone App Store in kürzester Zeit auch wirtschaftlich erfolgreich entwickelt hat, ist der Microbloggingdienst noch auf der Suche nach Refinanzierungsmöglichkeiten. Rund um beide Dienste hat sich mittlerweile eine rege StartUp Aktivität für Software Downloads und Applikationen entwickelt. ChubbyBrain, eine Plattform für Venture Capitalists und StartUps, hat nun die VC Investments in diese StartUps rund um das iPhone und Twitter genauer analysiert. Hier deren Ergebnisse:

  • Investments in iPhone Apps fokussierte StartUps:

    Mehr als 50.000 verfügbare Applikationen in 77 Ländern, über 1 Mrd. Downloads – Apple’s App Store ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Entsprechend gross ist auch das Interesse von VC’s in iPhone App StartUps zu investieren. Insgesamt flossen laut ChubbyBrain 102,49 Mio. US$ an VC Investment in 17 iPhone Application Startups. Einen wesentlichen Anteil davon, nämlich 50 Mio. US$, investierte Kleiner Perkins Caulfield & Byers in 6 StartUps mit dem Ziel, am schnell wachsenden iPhone App Markt teilzuhaben. Und in welche Bereiche wurde investiert? Hauptsächlich in drei: Social Networking Apps (27%), Gaming&Entertaining Apps (22%) sowie Monitoring&Security Apps (20%).

    Gesamtinvest: 100 Mio. US$ wurden in iPhone App StartUps investiert
    chubbybrain-iphone-app-invest

  • Investments in Twitter fokussierte StartUps:
    Laut Mashable gab es bereits vor einem Jahr schon weit über 140 Twitter-related Applikationen und Tools; die geschätzte Anzahl der Apps ging in die Tausende. In Anbetracht der Vielzahl an StartUps, die sich in diesem Bereich tummeln, haben laut ChubbyBrain bisher aber nur 11 von ihnen auch eine Finanzierung durch VC’s erhalten: Insgesamt flossen 23,27 Mio. US$ in diese 11 StartUps. Das meiste davon (67%) in Search-Applikationen. Der Löwenanteil hier, nämlich 15 Mio. US$, wurde in TopsyLabs, eine Twitter Suchmaschine investiert.

    Gesamtinvest: 23 Mio. US$ wurden in Twitter App Start Ups investiert
    chubbybrain-twitter-app-invest


Diesen Artikel weiterempfehlen

Digital M&A Deal Value: 61% down in First Half of 2009

9. Juli 2009 von Rainer Wiedmann | Kommentare (1)

According to a current report by digital M&A advisory firm Peachtree Media Advisors and Marketingcharts.com, there were 342 digital media M&A transactions in the first half of 2009 representing a total of $4.2 billion in deal value. While the actual number of deals is only down 12.3% from 390 in the first half of 2008, Peachtree said the reported transaction value has declined much more precipitously – down 61% vs. the same period a year ago when deals were valued at $10.6 billion.

In a breakout by industry sector, Peachtree also reported that the Mobile and Enabling Analytics and Ad Serving sectors of digital media experienced the largest increase in deal volume over the last year, while the largest drop was in the Social Media sector.

peachtree-media-first-second-half-2009-transaction-volume-number-deals-july-2009

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen: Veodia investiert in ScreenToaster

28. Juni 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

Veodia, Anbieter von Videodiensten für Unternehmen mit Sitz in Palo Alto, investierte aktuell in ScreenToaster. Genauere Angaben zur Größe des Deals wurden nicht bekannt gegeben. Mit dem aus Paris stammenden Start-Up ScreenToaster erweitert Veodia sein Angebot um die Möglichkeit, jetzt auch Bildschirmvideos machen zu können. Die Funktionsweise ist ähnlich der von Screenshots: All das, was auf dem eigenen Bildschirm passiert, kann als Video aufgenommen, auf dem Server von ScreenToaster abgelegt und per Link versendet werden. So kann man damit z.B. jemandem eine Website zeigen oder erklären, wie ein bestimmtes Programm funktioniert. Screentoaster funktioniert ohne Installation per Java-Applet im Browser.

Der Dienst ist im Moment kostenlos, refinanziert werden soll ScreenToaster zukünftig über Partnerschaften und Premium Accounts: “Partnerships (thanks to our API) and Premium accounts will be the basis of our business model“. Laut Techcrunch ist der Erwerb eine gute Ergänzung für Veodia, deren hochwertige Videodienste an Unternehmen wie Sun Microsystems oder Universitäten wie Stanford verkauft werden – eine Art YouTube im BtB-Bereich, das u.a. für Videokonferenzen gedacht ist.

veodia-logo1screentoaster-logo1

Diesen Artikel weiterempfehlen

Disney’s Einstieg bei Hulu

6. Mai 2009 von Rainer Wiedmann | Kommentare (1)

Über seine Tochterfirma ABC Interprises Inc., steigt der Unterhaltungskonzern Disney mit 30% bei der erfolgreichen amerikanischen Onlinevideo Site Hulu ein und wird damit neben NBC Universal, News Corp. und Providence Equity Partners gleichberechtigter Teilhaber. Hulu gilt als Antwort der Fernsehindustrie auf YouTube.

Über die Video-Plattform zeigen die Medienkonzerne kostenlos eigene Fernsehsendungen und Filme sowie die Inhalte von 150 weiteren Kooperationspartnern wie FOX, NBC Universal oder MGM. Nun kommen in Kürze ABC-Bestseller wie Lost, Grey’s Anatomy, Desperate Housewives oder Private Practice hinzu. Zusätzlichen Charme bekommt der Deal durch die Zusicherung der bestehenden Partner, ihre Inhalte für weitere zwei Jahre exklusiv auf Hulu anzubieten. Punkt für Hulu bzgl. exklusivem Premiumcontent.

Unangefochtener Marktführer bzgl. Reichweite der Onlinevideo-Sites sind jedoch laut aktuellen Zahlen des Marktforschungsinstituts ComScore die Googlesites (99% davon entfallen auf YouTube): 100 Mio. Amerikaner haben im März knapp 6 Mrd. Videos auf YouTube angesehen. Dies entspricht einem Marktanteil von knapp 41%. Hulu schaffte es immerhin erstmalig unter die Top 3 der Video-Destinations – wenn auch mit meilenweitem Abstand: 42 Mio. Nutzer sahen 380 Mio. Videos an (entspricht einem Marktanteil von knapp 3%!!). Ein klarer Punkt für YouTube also bzgl. Reichweite.

top-10-onlinevideo-plattformen

Quelle: eMarketer, Top 10 Onlinevideo Destinations

Allerdings ist Hulu aufgrund seiner Premiuminhalte für Werbekunden attraktiver als YouTube und finanziert sich über eingeblendete Werbung. Laut it-Times schätzen ver. Analysten den Jahresumsatz von Hulu in diesem Jahr auf 120 Mio. US$, während YouTube 2009 bis zu 200 Mio. US$ umsetzen könnte. YouTube ist nach wie vor auf der Suche nach funktionierenden Geschäftsmodellen. Weiterer Punkt für Hulu bzgl. wirtschaftlichem Erfolg.

Fazit: Ein kluger Deal von Disney, dessen traditionelles Geschäft bröckelt und der das Wachstum im Internet forcieren möchte. Es wird spannend die weitere Entwicklung in diesem Markt zu beobachten! Verspricht dieser doch kontinuierliches Wachstum trotz Krise: Laut Magna Global soll die Schallgrenze von 1 Mrd. US$ Ad Revenues in 2011 erreicht werden. Für dieses Jahr werden knapp 700 Mio. US$ prognostiziert, was einem Wachstum von 32% gegenüber 2008 entspricht. Treiber dieser Entwicklung: Professionell produzierte Inhalte.

us-onlinevideo-ad-revenues

Quelle: eMarketer, US Onlinevideo Werbeeinnahmen

disney-logodisney-logohulucom-logo

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen

4. Februar 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

Handelskonzerne testen neue Shoppingkonzepte: Investition in Shopping Clubs bringt schnell wechselnde Sortimente und gezielte Verkaufsaktionen

Otto / Limango

Nun stieg auch die Otto Group, Hamburg, als erster Handelskonzern in den wachsenden Markt der Shopping Clubs ein und beteiligte sich am Münchener Club Limango. Bisher interessierten sich eher Medienkonzerne für Konkurrenten wie BuyV!p (Gruner & Jahr, Bertelsmann) oder Brands4Friends (Holtzbrinck Ventures).

Shopping Clubs sind Plattformen, zu denen nur Mitglieder exklusiven Zugang haben. Limango (gestartet im Dez. 07) ist die erste Online-Einkaufsplattform speziell für werdende Eltern und junge Familien mit Kindern bis zu zehn Jahren; ein Nischenbereich, um den sich die anderen Shopping Clubs nicht kümmern. Derzeit sind ca. 150.000 Mitglieder registriert. Umsatzprognosen wurden nicht genannt.

Die Otto Group forciert mit diesem Einstieg in das Private Shopping den strategischen Ausbau seines eCommerce Portfolios, das im Zentrum seiner Multichannel Strategie steht: 2007 gründete Otto mit smatch.com eine erfolgreiche Shopping Community für den Bereich Mode, Wohnen und Lifestyle. Im Okt. 2008 erfolgte die Gründung der Beteiligungsgesellschaft eVenture Capital Partners. Mittlerweile generiert der weltweit zweitgrösste Versandhändler (hinter Amazon) mehr als die Hälfte seines Umsatzes über das Internet (Umsatzwachstum gegenüber 2007 38%).

Primondo / Clubsale

Die Konkurrenz schläft nicht. Die Primondo Tochter Planet Sports testet ebenfalls das Clubkonzept und startete aktuell mit clubsale.de eine Plattform für Fashion und Streetwear mit ca. 200 Labels. Zu den Partnern gehören u.a. Billabon, Roxy und Adidas.

Auch Quelle in Fürth ist dabei, das Internetgeschäft massiv auszuweiten und möchte zum führenden Internetanbieter werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 seien die Bestellungen im Online-Shop um 22 Prozent auf 1,1 Mrd. € gestiegen. Die rückläufigen Umsätze im klassischen Katalog-Geschäft und im stationären Handel würden von den hohen Zuwächsen im E-Commerce mehr als wettgemacht, heißt es. Quelle forciert mit dem Q des Tages das Thema Live Shopping. Nach eigenen Angaben verkaufte sich ein Q des Tages im Oktober (ein Bier-Maxx zu 9,99€) 5000mal.

Interessante Beiträge zum Thema Shopping Clubs und die zunehmende Anzahl der Anbieter finden Sie auch im Blog exclusified!.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen

15. Januar 2009 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

Medienhäuser sind weiter auf der Suche nach Einnahmequellen im Netz

Axel Springer / StepStone ASA

Springer (Pressemeldung) weitet sein Engagement bei der internationalen Online-Jobbörse StepStone aus und sicherte sich Anfang Dezember 33,3% der Aktien der norwegischen StepStone ASA, Oslo. Mit der Akquisition verfolgt die Axel Springer AG ihre strategischen Ziele einer verstärkten Internationalisierung und Digitalisierung. Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit sind Online-Jobbörsen sowie eRecruiting und Talent-Management-Softwarelösungen. Die Axel Springer AG ist bereits seit 2004 an der StepStone Deutschland AG mit 49,9% beteiligt. Laut eRecruiting Blog blogaboutjob lag der Deal bei geschätzten 33 Mio. €.

Ein kluger Schachzug des Axel Springer Verlags, in einen führenden Anbieter von Softwarelösungen einzusteigen, der im Vergleich zu etlichen Start-Ups bereits schwarze Zahlen schreibt.

Bauer Verlag / Billigflieger.de

Bisher ziemlich zurückhaltend mit Internet-Investments, übernahm die Bauer Digital KG (in der sämtliche Onlineaktivitäten des Bauer Verlags zusammenlaufen) unter Federführung von Blue CF letzten November einen Anteil beim Flugpreisvergleichsanbieter billigflieger.de. Über den Kaufpreis und die Höhe der Beteiligung ist nichts bekannt. Billigflieger ist ein Angebot der Schweizer Bookandsmile Gmbh.


Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen

11. November 2008 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (1)

Verlage investieren zunehmend in printferne, transaktionsbasierte Geschäftsmodelle

Gruner + Jahr / Buy V!p
Hoffnung eCommerce

Gruner + Jahr beteiligte sich Anfang November an der geschlossenen Shopping Community BuyV!p S.L.. Mitglieder der Plattform können in zeitlich begrenzten Kampagnen Markenprodukte zu günstigen Preisen erwerben. Nach eigenen Angaben ist BuyV!p mit mehr als 3 Mio. Mitgliedern die größte europäisch aufgestellte Shopping-Community (in Deutschland ca. 500.000).

“Mit der Beteiligung an BuyVIP erweitern wir das Kompetenzfeld von Gruner+Jahr im eCommerce-Bereich. Wir nutzen die hohe Zielgruppen-Affinität zu verschiedenen Titeln unserer Verlagsgruppe und runden damit unser Serviceangebot für Frauen im Netz perfekt ab”, so Dr. Volker Breid, Verlagsgeschäftsführer G+J Frauen/Familie/People. Gesellschafter der BuyVIP S.L. sind neben den beiden Gründern Gustavo Garcia und Gerald Heydenreich die Wagniskapitalfirmen 3i, Molins Capital sowie BDMI (Bertelsmann Digital Media Investments, der Venture Capital Arm des größten europäischen Medienhauses).

Auch andere Verlage haben bereits in printferne eCommerce Modelle investiert: So z.B. Burda beim Hörbuchportal www.claudio.de sowie dem Haustiershop www.zooplus.de. Axel Springer bei www.idealo.de, einer Preisvergleichs-Plattform, sowie dem Elektronikshopping-Portal www.myby.de. Oder Holtzbrinck bei www.buecher.de oder www.my-hammer.de. Holtzbrinck Ventures ist ebenfalls an einem Shoppingclub beteiligt: www.brands4friends.de (rund 1,2 Mio. Mitglieder).

Unsere Einschätzung:
Bisherige Geschäftsmodelle stehen auf dem Prüfstand, neue werden hinzugekauft. Gruner + Jahr setzt mit dieser Investition auf ein Geschäftsmodell, das nicht auf Werbe-, sondern auf Transaktionserlösen beruht: eCommerce als digitale Erlösquelle für Verlage. Und folgt damit einem Trend, den viele Medienhäuser aufgrund der Printkrise verfolgen.


Axel Springer / wallstreet: online AG
Hoffnung Fondsgeschäft

Der Axel Springer Finanzen Verlag erhöhte seinen Anteil an der wallstreet:online Capital AG von 50,1% auf 75,1%. Das Unternehmen betreibt Finanzportale im Internet, über die es Investmentfonds und geschlossene Fonds mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag verkauft. 2006 vermittelte wallstreet:online Capital ein Fondsvolumen von 68,4 Mio. Euro. Dr. Frank-B. Werner, Geschäftsführer des Axel Springer Finanzen Verlags, sieht den Einstieg ins Fondsvermittlungsgeschäft als Einstieg “in transaktionsbasierte Geschäftsmodelle im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Verlags.” Die Springer-Tochter war im vergangenen Jahr bei Wallstreet Online eingestiegen. Neben der Beteiligung an der wallstreet:online Capital übernimmt der Verlag ebenfalls 50,1 Prozent an der wallstreet:online AG, die das Finanzportal www.wallstreet-online.de betreibt. Dieses ist mit über 350.000 Mitgliedern die größte Finanzcommunity in Deutschland.

Unsere Einschätzung: Axel Springer steigt ins Fondsgeschäft und damit weiter in transaktionsbasierte Geschäftsmodelle ein. Printtitel wie EURO und EURO am Sonntag sollen gestärkt werden. Entscheidend für alle Verlage wird sein, wie sie mit Hilfe einer geschickten Digitalisierungsstrategie die Aufstellung ihrer Portfolios, ihrer Prozesse und Organisationen langfristig optimieren.


Yahoo …


(26.04.08 / Microsoft bot erst 31, dann 33 Dollar je Yahoo-Aktie, Yahoo forderte mindestens 37 Dollar je Aktie)


(5.11.08) Massive Wettbewerbsbedenken verhindern eine Partnerschaft

6.11.08: “Das Beste, was Microsoft heute tun kann, ist, Yahoo zu kaufen” (Jerry Yang)
Der Kurs der Aktie ist mittlerweile auf 11 Dollar abgesackt.

Wir glauben (wie auch schon im Mai geäussert): Der Deal ist noch immer nicht zu Ende. Steve Ballmer kann sich entspannt zurücklehnen und auf ein Schnäppchen warten.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Deals

6. Oktober 2008 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

Ebay / Bill Me Later / DBA / BilBasen

Ebay erwarb diese Woche den US-Bezahl-Dienstleister Bill Me Later sowie die dänischen Online Kleinanzeigen-Plattformen DBA und BilBasen. Der Gesamtwert der Übernahmen liegt nach Unternehmensangaben bei rund 1,3 Mrd. US$ (945 US$ für Bill Me Later und 390 Mio. US$ für die beiden Kleinanzeigenportale). Ziel ist es, die Marktführerschaft in beiden Bereichen zu stärken. Bill Me Later ist eine Zahlmethode, die es erlaubt, einzukaufen und später zu bezahlen. Neben den Online-Marktplätzen gehören das elektronische Bezahlsystem PayPal und der Internettelefonie-Dienst Skype zu Ebay.

Gleichzeitig kündigte das Unternehmen mit Stammsitz in San Jose in den USA an, weltweit rund zehn Prozent der Stellen zu streichen, davon etwa 100 in Deutschland, um Kosten zu sparen. Insgesamt seien rund 1000 Mitarbeiter sowie zahlreiche Zeitarbeiter betroffen. Das Unternehmen kämpfte zuletzt mit sinkenden Wachstumsraten sowie einem langsameren Gewinnwachstum. Ebay machte zuletzt immer mehr Geschäft als gewöhnliche Handelsplattform mit Verkäufen ohne Versteigerung.

Unsere Einschätzung: Bezogen auf die aktuelle Kredit-Krise und die Grösse der Akquisition frägt Michael Arrington von Techcrunch berechtigterweise: Remember, loose credit is part of the reason we are in the current economic mess. So is BillMeLater part of the problem or part of the solution?

Burda / Womensnet / Glam Media / Codex Media

Burda baut sein Frauen-Portfolio kontinuierlich aus: Anfang der Woche übernahm Burda das Frauenportal Womensnet vom Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel. 2001 gestartet, kommt Womensnet laut eigenen Angaben auf monatlich rund 2 Mio. Page Impressions und 140.000 Visits. In der Schweiz sowie in Österreich sind eigene Ableger online, zudem gibt es eine englischsprachige Version.

Anfang des Jahres hatte sich Burda bereits am US-Frauen-Netzwerk Glam Media beteiligt. Deutschlandstart war im Juli diesen Jahres. Ende September übernahm dann Glam Media den Münchner Online-Vermarkter Codex Media (im Codex Portfolio: 45 Onlinetitel für die Zielgruppe Frauen). Glam Media ist ein Technologie- und Medien-Unternehmen für die qualitativ hochwertige Ansprache von Zielgruppen rund um die Themen Mode, Gesund Leben, Schönheit, Unterhaltung und Aktuelles. Die Reichweite seines Content-Netzwerks liegt bei 45 Millionen Unique Visitors im Monat in den USA (comScore Media Metrix) und 77 Millionen Unique Visitors weltweit.

Unsere Einschätzung: Mit Springers Neuerwerbung auFeminin, die in Deutschland unter dem Namen goFeminin auftritt, versuchen nun zwei Plattformen, sich als zentraler ‘Web-Hub’ für die Frauen-Zielgruppe zu etablieren. Die Chancen stehen nicht schlecht, das Potenzial ist sicherlich vorhanden.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Travel 2.0 Bewertungsportal Tripadvisor übernimmt Community Virtual Tourist

3. August 2008 von Katrin Kempf | Kommentare (0)

Das Social Web und der Reisemarkt passen gut zusammen. Social Web hat mit Interaktion und Nutzer-generierten Inhalten zu tun – und wer kommuniziert nicht gerne über die letzte oder die bevorstehende Urlaubsreise und stellt seine Reisebilder und –videos zur Schau.

Drei Segmente haben besonderes Gewicht im Travel 2.0 Markt: Portale mit (Hotel-) Bewertungen, Reisecommunities und Travelwikis.

Folgt man dem gewöhnlichen „Produktlebenszyklus“ einer Reise, so kann man grob die zeitliche Sequenz bestimmen, in der die drei Segmente genutzt werden. Zunächst informiert sich der Reisende über die Destination, Land & Leute auf einem Travel-Wiki, anschließend besorgt er sich konkrete Meinungen und Tipps anderer Nutzer in einer Reise-Community und schließlich sucht und bucht er die Hotels entlang seiner Route über ein Bewertungsportal.

Allerdings greift diese Vereinfachung hinsichtlich von Reisecommunities ein wenig zu kurz. Denn auf diesen Portalen legt der Nutzer ein Profil und Kontaktlisten an, stellt Berichte, Fotos oder Routen zu seinen Reisen ein. Die Bindung der Kunden erhöht sich so und die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch zwischen Reisen ab und zu in der Community vorbeischauen. Denn im Prinzip sind Reisenetzwerke wie WAYN und Virtual Tourist nichts anderes als auf Reisen spezialisierte Facebooks.

Und hier erwächst eine weitere Stärke der Reisecommunities gegenüber von Bewertungsportalen und Travel-Wikis: die Generierung von Wissen über die Reisenden. Durch die Profilierung der Kunden, durch das Einstellen von erlebten und bevorstehenden Reisen, über Kontakte und Clickpfade entsteht ein recht detailliertes Bild der Reisepräferenzen jedes einzelnen Nutzers.

Das wiederum benötigen die Bewertungsportale dringend. Denn Plattformen wie Tripadvisor bieten inzwischen zwar lange Listen mit Hotels inklusive dutzendweise Bewertungen – doch welche Bewertung ist wirklich relevant für den individuellen Reisenden? Das Durchforsten der langen Listen ist mühsam, die Profile der Nutzer, die die Bewertungen verfasst haben, rudimentär und nicht aggregiert.

Unsere Einschätzung: Die Übernahme von Virtual Tourist durch Tripadvisor macht Sinn. Das weltgrößte Bewertungsportal mit über 22 Mio. Artikeln hat zwar in den letzten Monaten versucht, Nutzerprofile zu erheben und eine Community aufzubauen, doch geht dieser Prozess wohl zu langsam und schleppend voran.

Nach WAYN ist Virtual Tourist die weltweit zweitgrößte Community, mit 1 Mio. registrierten Nutzern. Tripadvisor wird durch die Verknüpfung mit dem Reisenetzwerk schneller relevantere Ergebnisse für den einzelnen Nutzer generieren. Denn ein Familienvater mit zwei kleinen Kindern, der gerne Ruhe am Strand genießt, möchte weder die Bewertungen von jungen, feierfreudigen Singles noch die von unternehmenslustigen Rentnergruppen in den Suchergebnissen ganz vorne finden. Wirkliche Relevanz entsteht, wenn er sich lediglich durch Hoteltipps von Familien durchklicken muss, die eine ähnliche Präferenzstruktur besitzen.

Ein kleine Dämpfer: Auch nach der Fusion mit Virtual Tourist wird es noch ein weiter Weg sein, bis diese Suchalgorithmen und Profilverknüpfungen wirklich potent funktionieren, doch ist der Zusammenschluss das ideale Fundament für das Erreichen von relevanteren Suchergebnissen.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Deals

11. Juli 2008 von Rainer Wiedmann | Kommentare (1)


Nokia / Plazes.com

Nokia erwirbt das Berliner Mobile Social Network Plazes. ANachdem Vodafone im Mai das dänische Start-Up ZYB für 31,5 Mio. € erwarb, übernimmt Nokia für einen nicht genannten Kaufpreis ein weiteres mobile Social Network. Mit dem von plazes.com entwickelten Dienst können Nutzer ihren eigenen Standort via PC oder Handy eingeben, den Standort von Freunden ermitteln und Informationen austauschen.

Nokia möchte damit seine Internetplattform Ovi ausbauen. Mit Ovi bietet Nokia eine mobile Plattform für Fotos, Musik und Spiele an. Zukünftig möchte Nokia mit digitalen Karten und ortsbasierten Suchdiensten Geld verdienen.

Plazes wurde 2005 von den beiden Berlinern Stefan Kellner und Felix Petersen gegründet und konnte bereits in der Anfangsfinanzierung renommierte Grössen wie Marc Andreesen (Entwickler des Netscape Navigators), Esther Dyson (IT-Journalistin) oder den Xing-Gründer Lars Hinrichs gewinnen. Im Februar 2007 stieg dann der Riskokapitalinvestor Doughty Hanson Technology Ventures mit 2,7 Mio. € ein.

2006 übernahm Nokia die ebenfalls in Berlin ansässige Gate5 für geschätzte 250 Mio. € und wandelte das Produkt in Nokia Maps. Zudem hat laut Financial Times der Konzern 8,1 Mrd. $ für den Anbieter digitaler Landkarten Navteq geboten – das wäre die größte Investition der neueren Firmengeschichte.

Unsere Einschätzung: Konsequent geht Nokia in Richtung mobiles Internet und baut seine Führerschaft hier aus. Mobile Internet wird das nächste grosse Thema. Weitere Übernahmen werden folgen.

Logo NokiaLogo Plazes


Axel Springer / Onmeda

Die deutsche Tochtergesellschaft goFeminin.de des französischen börsennotierten Unternehmens auFeminin.com, an dem der Axel Springer Verlag eine Mehrheitsbeteiligung hat, übernahm das Gesundheitsportal Onmeda von der OnVista Group für 5,4 Mio. €.

Onmeda ist mit knapp 800.000 Nutzern pro Monat eines der führenden Gesundheitsportale in Deutschland. Axel Springer stärkt seine Beteiligung auFeminin damit im wachsenden Bereich der Gesundheitskommunikation.

Die auFeminin Group ist mit knapp 20 Mio. Nutzerinnen das führende Frauenportal in Europa mit Präsenzen in Frankreich, Deutschland, England, Spanien, Italien, Schweiz und Belgien. Mit ivillage ist ein weiterer führender Anbieter im internationalen Bereich eine Marke ohne entsprechende Offline-Brand. Demgegenüber stehen die etablierten Offline Brands.

Die OnVista Group konzentriert sich nach der Übernahme durch eine französische Online-Bank künftig auf das Kerngeschäft Financial Markets mit seinem Finanzportal OnVista und der Börsencommunity Tradingbird.

Unsere Einschätzung: Der Markt der Frauenportale ist bei weitem nicht ausgeschöpft und bietet ausreichend Potenzial. Hier wird sich einiges tun.

Logo Axel Springer AGLogo Onmeda

Diesen Artikel weiterempfehlen

Social Media Deals Report

24. Juni 2008 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (0)

Investments und Übernahmen von Januar 2007 bis März 2008 in USA

  • Investments:
    Zahl der Investments: ca. 400
    Gut 3 Mrd. US $ (e) Gesamtinvest in Social Media Deals.
  • Übernahmen:
    Zahl der Übernahmen: 131
    Davon 41 offen gelegt und bewertet mit 13,5 Mrd. US $

Die aktuelle Studie von ContentNext Media gibt einen interessanten Einblick in den immer noch bewegten Social Media Markt (Wir berichteten im April über den Kauf der Kontaktbörse Bebo durch AOL). Das Übernahmevolumen verdreifachte sich im Dreijahres-Vergleich:


Quelle: ContentNext Media 2008, Social Media Deals Report

Die Top-3 Invest-Kategorien waren:
Media Creation&Sharing, Social Networking und Services.

Quelle: ContentNext Media 2008, Social Media Deals Report

Unsere Einschätzung: Noch sind die Bewertungen der Social Web Sites sehr hoch. Die Erwartungen der Kapitalgeber und Investoren gründen auf den beeindruckenden Nutzungszahlen dieser Seiten. Die Einnahmen sind allerdings noch überschaubar. Entscheidend wird sein, wie die Monetarisierung gelingt und ob langfristig tragfähige Geschäftsmodelle gefunden werden.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen

12. Juni 2008 von Rainer Wiedmann | Kommentare (0)


ProSiebenSat 1 Media AG / Feeem Media GmbH

ProSiebenSat 1 erwirbt Frauenportal Fem. Axel Springer und Hubert Burda haben bereits in internationale Frauen-Communities investiert. Nun will auch die ProSiebenSat 1 Media AG weiter im Women’s Web zulegen.

Mit dem Erwerb sämtlicher Anteile an dem Unternehmen baut die ProSiebenSat.1 Group ihre Präsenz in der digitalen Welt aus. Fem.com bündelt rund 20 mittlere Internetseiten für die weibliche Zielgruppe. Weitere Partner sollen sukzessive folgen. Ziel ist es, Fem.com mittelfristig als eines der führenden Frauennetzwerke in Europa zu positionieren und den Erfolg des US-Vorbilds Glam.com zu wiederholen. Über den Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben.

Unsere Einschätzung: Frauen werden als Web-Zielgruppe immer begehrter. Medienhäuser stehen vor der klassischen ‘Make-or-Buy’ Entscheidung: Während Burda, ProSiebenSat1 oder Springer auf Übernahmen setzen, vertraut Gruner&Jahr auf starke Eigenmarken. Spannend zu beobachten, wie sich die unterschidlichen Strategien entwickeln werden.

ProSiebenSat 1 Media AGFeeem Media GmbH


Condé Nast / Ars Technica

Übernahme des US-Techblogs unterstreicht zunehmende Bedeutung von Blogs. Condé Nast, Eigentümer des US-Technologiemagazins Wired und des Onlineportals Wired Digital, übernimmt das US-Techblog Ars Technica für geschätzte 25 Mio Dollar.

Das 1998 von zwei US-Studenten gegründete Ars Technica Blog für IT-News und Analysen zählt nach Angaben des US-Marktforschungsunternehmens ComScore rund 1,5 Millionen Besucher im Monat. Andere Schätzungen gehen von 4,5 Millionen Besuchern aus.

Unsere Einschätzung: Die Bedeutung von Blogs steigt. Ein ähnlicher Deal in Deutschland ist allerdings zur Zeit noch nicht vorstellbar.

Condé NastArs Technica


RTL interactive / www.wer-kennt-wen.de

Weiteres Social Network von einem Medienhaus übernommen. Die RTL interactive GmbH beteiligte sich im Februar mit 49 Prozent an dem Internet-Startup-Unternehmen wer-kennt-wen.de. Die Kölner RTL-Tochter unterstützt das Social Network v.a. mit Technik und Beratung.

Gegründet in Koblenz im Oktober 2006 von den Studenten Patrick Ohler (26) und Fabian Jager (25), ist wer-kennt-wen.de seitdem auf Expansionskurs: Laut Nielsen liegt die Zahl seiner monatlichen Nutzer aktuell bei ca. 2,1 Mio. Zum Vergleich: Die Lokalisten wurden im April laut Nielsen von 1,2 Millionen, Xing von 0,99 Millionen und studiVZ von 3,68 Millionen Menschen genutzt.

Unsere Einschätzung:
Social Media Deals und kein Ende. Eine Übernahme, die kaum einer auf seinem Radar hatte. Allerdings müssen die Medienhäuser stärker die Frage der Refinanzierung im Auge haben.

RTL interactiveWer kennt wen


NBC Universal / Bigpoint

NBC Universal übernimmt Browserspiele-Anbieter Bigpoint für 70 Mio. € Aurelia Private Equity, United Internet, der European Founders Fund, und Gründer Heiko Hubertz verkaufen ihre Anteile an der Browserspielschmiede Bigpoint an GMT Communications Partners und Peacock Equity Fund, den Investment-Arm der TV-Sendergruppe NBC Universal.

Der Markt für browserbasierte Online-Spiele boomt seit geraumer Zeit. Im Gegensatz zu klassischen Onlinespielen kommen diese sog. Browsergames ohne gekaufte oder heruntergeladene Software aus. Sie sind rein webbasierte Spiele, die ausschließlich über den Internet-Browser gespielt werden. Im Portfolio von Bigpoint sind aktuell über 20 verschiedene Spiele, diese bündelt das 150-köpfige Unternehmen auf einer Website, die in 14 Sprachversionen vorliegt. Insgesamt haben sich bei Bigpoint nach eigenen Angaben bisher über 23 Millionen Nutzer registriert. Die Anzahl der aktiven Spieler wird zwar deutlich kleiner sein, dennoch zeigt die Zahl, dass sich viele Onliner gerne mit Games die Zeit vertreiben wollen. Für die Nutzer sind alle Spiele kostenlos. Umsätze werden primär über den Verkauf von Spiele-Items sowie Online-Werbung und Product Placement generiert. Konkurrent in Deutschland ist das Karlsruher Unternehmen Gameforge.
Unsere Einschätzung: Die Online-Spiele Branche wächst; der Markt ist heftig umkämpft. Bei diesen sog. ‘Massively Multiplayer Online Games’ (MMOG’s) sind die Spieler via Internet miteinander verbunden – interessant für die werbetreibende Wirtschaft sind die Möglichkeiten, die sich für virales Marketing in einer interessanten Zielgruppe hier eröffnen.

NBC UniversalBigpoint

Diesen Artikel weiterempfehlen

Aktuelle Transaktionen

3. Mai 2008 von Dr. Nikola Bachfischer | Kommentare (1)

Microsoft / Yahoo

Fusion geplatzt. Es war die Meldung am vergangenen Sonntag: Microsoft zog sein Angebot zurück. Auch 5 Mrd. mehr konnten Jerry Yang nicht umstimmen. Er wollte mehr. Die Aktie stürzte ab. Hat Yang zu hoch gepokert?

Der Flop wirft beide Seiten zurück. Das Handelsblatt spricht gar von zwei planlosen Verlieren: Microsoft mit seinem Ziel, endlich die Google-Dominanz im Internetbusiness zu brechen. Auch wenn positiv zu sehen ist, dass Microsoft sich nicht in eine Idee verrannt hat und einen wirtschaftlichen nicht gerechtfertigten Preis zahlt. Yahoo, das erklärt hatte, den Umsatz in den nächsten beiden Jahren um je 25% zu steigern. Analysten zweifeln, ob Yahoo dieses ehrgeizige Ziel angesichts der schwächelnden Wirtschaft und des rückläufigen Werbemarktes auch nur annähernd erreichen kann. Vielmehr stünden Yahoo nun Klagen von Anteilseignern ins Haus, die sich auf satte Gewinne gefreut hatten.
Fazit: Analysten sehen Google als den lachenden Dritten.

Wir glauben: Der Deal ist noch nicht zu Ende. Auch Oracle hat kürzlich die Übernahme von Bea-Systems erst im 2. Anlauf nach Austausch des Managements durch unzufriedene Aktionäre geschafft.

Mr. Wong / Lifestream

Das Social Bookmarking Portal will zukünftig Livestreaming-Features integrieren. Was macht Lifestream? Man spricht von „Lifestreaming“, wenn Internetnutzer alles, was Sie im Netz tun auf einem Webprofil zusammen fassen. So sehen Freunde und Bekannte immer sofort wenn es neue Artikel, Bookmarks, Bilder oder Videos im privaten Blog, bei flickr, Youtube, Mister Wong, del.icio.us, Facebook oder Twitter gibt. Die Gründer des Social Bookmarking Portals Mister Wong haben sich mit lifestream.fm nun ein international bekanntes Portal gesichert.

Mittelfristig sollen seine Nutzer dann nicht nur Webseiten speichern und in Social Bookmarking-Lists sammeln, sondern auf die gleiche Weise auch Bilder, Videos oder Artikel verwalten können. Alle Netzaktivitäten sollen so integriert werden. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Wir glauben: Zwei Trends treffen sich – Integration und Video-Bookmarking. Der Deal ist richtungsweisend.

Diesen Artikel weiterempfehlen